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Gymnastik: Radtour Oppenheim

Nachbarschaft erkunden
Disbu-Radler in der Ginsheimer Schiffsmühle und im Oppenheimer Untergrund

Die traditionelle mehrtägige Tour der Gymnastik-Abteilung des SV Disbu war in diesem Jahr ein geruhsames Bummeln in der Nähe. Erstes Ziel war die rekonstruierte alte Rheinschiffsmühle in Ginsheim. Hier erhielten die Rüsselsheimer eine kompetente und ausführliche Sonderführung durch Herbert Jack, den Motor und Vorsitzenden des Vereins „Historische Rheinschiffsmühle Ginsheim“, dem der Wiederaufbau als ein ganz besonderes Museum zu verdanken ist. In jahrelanger wissenschaftlicher und körperlicher Arbeit und unermüdlicher erfolgreicher Suche nach Sponsoren und Spendern ist es gelungen, zumindest das Äußere so herzustellen, wie in früheren Zeiten die gerade in und um Ginsheim zahlreichen Wassermühlen ausgesehen hatten. Im Innern wird man, wenn alle Maschinen wieder funktionsfähig sein werden, künftig sehen können, wie das Korn zahlreiche Stationen durchlaufen muss, ehe es als Mehl sein Ziel erreicht hat. Noch ist es nicht so weit. Aber die lebendige und spannende Darstellung durch Herbert Jack ließ ahnen, welche konstruktiven Einfälle und handwerklichen Fähigkeiten für die gewünschte Produktion erforderlich sind.

Vorbei am „Roten Hang“ in Nierstein steuerten die Disbu-Radler mit ihrer bewährten Organisatorin und Übungsleiterin Brigitte Metscher Oppenheim an, wo sie am nächsten Tag die zur Touristenattraktion gewordenen Kellergänge besichtigten. Das unterirdische Labyrinth ist ein über 30 Kilometer langes verschachteltes System von Räumen, Gängen und Treppen auf mehreren Ebenen. Ohne einen erfahrenen Führer verliert man nach wenigen Biegungen die Orientierung in diesen Kellern, die sowohl der Vorratshaltung als auch als Zuflucht in kriegerischen Zeiten dienten, während denen die Stadt mehrfach zerstört und wieder aufgebaut worden war.

Nach dem zweiten Weltkrieg gerieten die Gänge beinahe in Vergessenheit. Nur die obersten wurden dazu genutzt, den Schutt der zerstörten Häuser aufzunehmen. Erst Anfang der 1980er-Jahre brachten spektakuläre Ereignisse den Oppenheimer Untergrund wieder zurück ins Bewusstsein der Bürger, als beispielsweise 1983 ein Streifenwagen der Polizei im Untergrund einbrach. Nach und nach wurden 500 Meter des Kellerlabyrinths von Schutt befreit und mit zusätzlichen Stützmaßnahmen gesichert. Weitere 200 Meter sind in den letzten Monaten zugänglich gemacht worden, nachdem mal wieder der löchrige Untergrund zu Schäden an der Oberfläche geführt hatte. Den Oppenheimer geht auf lange Zeit die Arbeit unter ihrer Stadt nicht aus.

Wieder zurück an der Oberfläche besichtigten die Rüsselsheimer die Katharinenkirche, die Burgruine Landskrone, die heute als malerischer Ort für kulturelle Veranstaltungen dient, und das Weinbaumuseum. Der dritte Radlertag war der geruhsamen Rückfahrt mit einer Rast im idyllisch am Rhein gelegenen Hofgut Langenau und dem Schlusspunkt in einem Königstädter Eiscafé vorbehalten.

Mehr Bilder zur Radtour gibt es im Fotoalbum.


Jörg-Dieter Häußer


Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 19.07.2013.
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