News
 

Basketball: Erste Mannschaft steigt auf - verdient und souverän?


Die erste Garnitur der DISBU-Basketballabteilung steht nach einem Arbeitssieg gegen den Tabellenvorletzten TV Groß-Gerau (54:76) zwei Spieltage vor Rundenschluss als Aufsteiger fest und kann sich mit einem Sieg im kommenden Heimspiel am 09.03.2013 um 18.15 Uhr sogar noch mit der Meisterschaft krönen.

Verdient? Absolut! Souverän? Keineswegs, wenn man den gesamten Saisonverlauf mit einbezieht.
Großartigen Leistungen (Roßdorf, Weiterstadt) folgten viel zu oft leidenschaftslose, unmotivierte Auftritte, bei denen lediglich die Unfähigkeit der Rundengegner oder eine starke Spielphase Schlimmeres verhinderte. Ironischerweise gab es gerade bei diesen Auftritten dann doch noch einen nominell überzeugenden Sieg, bei dem das Ergebnis dann oft über den Spielverlauf hinweg täuschte.
Fast immer, wenn das DISBU-Team die Möglichkeit hatte, zu glänzen und einen Gegner komplett in Grund und Boden zu spielen, versagten die Nerven oder die Fähigkeiten (insbesondere in den Heimspielen gegen Bensheim, Groß-Gerau sowie Langen und in den Auswärtsspielen in Weiterstadt oder Eberstadt). Bemerkenswert, vor allem, wenn man bedenkt, dass man nur dann schlecht spielte, wenn die über die Saison hinweg trainierten und geforderten Inhalte der Trainerphilosophie weitestgehend oder komplett außer Acht gelassen wurden. Nur in den seltensten und dringendsten Fällen wurde sich dann selbsttätig auf diese berufen und endeten dann meistens im Erfolg.
Kein Wunder, wenn man wenig Glauben oder Vertrauen in das Spielsystem des Trainers hat bzw. das Einstudierte dann im Spiel einfach nicht umsetzt oder ignoriert, aus welchen Gründen auch immer. Leider sehen einige nicht das, was hinter den Trainingsinhalten an Arbeit und Gedanken steht und dass die Umsetzung dessen in der Saison immer mit Erfolg belohnt worden ist. Gerade in letzter Zeit werden dann in den Übungseinheiten Kommentare untereinander abgegeben (von denen man denkt, der Trainer bekäme sie nicht mit), was das jetzt für eine komische, langweilige, sinnlose, anspruchslose etc. Übung sei, in den Spielen wird moniert, die Systeme funktionierten nicht, weil keiner sie richtig laufe, Anweisungen werden auf dem Spielfeld nur noch halbherzig oder gar nicht mehr umgesetzt und andere Mannschaftsteile werden für zu schlecht befunden. Leider wird allzu oft vergessen, dass eine Mannschaft eben nicht nur aus zwei oder drei Mitgliedern besteht und die übrigen im Laufe einer Saison noch extrem wichtig werden können, gerade bei Verletzungsserien oder sonstigen Ausfällen, wie es im Moment der Fall ist.
Gerade die, die als Trainer aktiv sind oder sich schon einmal daran versucht haben und grandios gescheitert sind, weil sie eine Mannschaftsbetreuung und -führung fatal unterschätzt haben, sollten sich einmal Gedanken darüber machen, mit welcher Leistungsbereitschaft, Konzentrationsfähigkeit und mit welchem Ego, das auch mal bereit sein muss, ins zweite Glied zu treten, sie auf Dauer an einer Mannschaft teilnehmen sollten.
Erfolg kann eine Mannschaft nur haben, wenn alle an einem Strang ziehen, die anderen Mitglieder akzeptiert und respektiert werden - das ist bei uns der Fall, keine Frage - , aber auch, dass bei einer durchwachsenen Teamstruktur Rücksicht genommen werden muss bezüglich der Trainingsinhalte (man kann bei einem Training die Woche einen 35-jährigen nicht so beanspruchen wie einen 20-jährigen) und der Spielgestaltung (die nach Möglichkeit auf die Stärken des Teams eingeht), darf nicht in Vergessenheit geraten.
Grob formuliert sollte daher nicht unterschätzt werden, wie undankbar heutzutage ein Trainerjob sein kann, wie selten ein motivierter (und im Bestfall noch qualifizierter) Trainer für eine Mannschaft in dieser Zeit verfügbar ist und last, but not least, wie enttäuschend es ein Trainer empfinden mag, wenn seine von ihm betreute und hoch geschätzte Mannschaft seine speziell zugeschnittene Spielphilosophie nicht umsetzen oder verstehen will, ihr Potenzial nicht auszuschöpfen versucht und noch nicht einmal enthusiastisch und energisch zeigt, wie unangenehm ihr selbst dieser Wundertütenstatus ist.
Mit dieser Wundertüte DISBU wird man so in der Bezirksliga nämlich keinen Erfolg haben, dort werden Fehler eines inkonsequenten und lethargischen Auftretens mit Gewissheit anders bestraft werden.
In diesem Sinne hoffe ich auf einen begeisternden Auftritt am Samstag. Denn nichts ist für einen begeisterten Trainer schöner als eine Mannschaft, die Begeisterung aufs Spielfeld bringt.
Ob das Resultat in Sieg oder Niederlage endet, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, das sollte mittlerweile jeder im Team verstanden haben.
Eine Mannschaft mit Spielfreude und Teamgeist ist unschlagbar - ob sie gewinnt oder verliert!

Autor: Oliver Schmitt


Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 07.03.2013.
Kommentare und Anregungen bitte an die SV DISBU Online-Redaktion.